Viele Menschen in der Schweiz investieren nicht direkt in Aktien:
In einer repräsentativen Umfrage der Hochschule Luzern (Juli 2024) gaben 34% der Schweizerinnen und Schweizer an, Aktien zu besitzen.
Das ist überraschend, denn Aktien gelten historisch als eine der effektivsten Möglichkeiten für langfristiges Investieren und Vermögensaufbau – allerdings mit klaren Schwankungen.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Börsenkauf: schwitzige Hände, viele offene Tabs und dieses Gefühl: „Was, wenn ich alles falsch mache?“
Die Wahrheit: Technisch ist es meist viel einfacher, als wir denken.
In dieser Aktien-Kaufen-Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du in der Schweiz deine erste Aktie kaufst – ohne Stress und ohne unnötiges Fachchinesisch.
Warum überhaupt in Aktien investieren?
Wenn du in Aktien investieren möchtest, ist das Grundprinzip simpel:
Mit einer Aktie wirst du Miteigentümerin oder Miteigentümer eines Unternehmens.
Wenn das Unternehmen wächst, kann dein Investment langfristig mitwachsen – zusätzlich gibt es bei manchen Firmen Dividenden (Dividendenzahlungen).
Warum viele überhaupt investieren:
- Auf dem Konto kann Geld langfristig durch Inflation an Kaufkraft verlieren.
- Wertschriften hatten historisch über lange Zeiträume oft höhere Renditen als Sparkonten – SRF nennt in einem 30-Jahres-Vergleich Ø 8% p. a. bei Wertschriften gegenüber Ø 0,9% p. a. beim Sparkonto (Durchschnittswerte).
Das heisst nicht, dass Aktien jedes Jahr steigen.
Aber für eine langfristige Geldanlage ist der Anlagehorizont entscheidend.
Börse verstehen: Trading vs. Investing
Ein wichtiger Einstiegspunkt für das Verstehen der Börse und Grundlagen von Aktien:
Trading vs. Investing:
- Trading (kurzfristig) versucht oft, kurzfristige Bewegungen auszunutzen.
- Investing (langfristig) ist eher „Vermögensaufbau durch Beteiligung an Unternehmen“.
Diese Anleitung ist für den Aktienmarkt-Einstieg als langfristige Investition gedacht – nicht für Daytrading.
Bevor du startest: Anlagehorizont & Risikoprofil bestimmen
Bevor du ein Wertpapier kaufen willst, kläre drei Dinge:
Notgroschen
Ohne Reserve wird jede Marktschwankung zum Stress. Erst Rücklagen, dann investieren.
Anlagehorizont bestimmen
Kann dein Geld 5, 10 oder 15 Jahre investiert bleiben? Je länger, desto besser kannst du Schwankungen aussitzen.
Risikoprofil Anleger
Frage dich ehrlich: Wie fühlst du dich bei Kursrückgängen? Das ist zentral für deine Aktien-Strategie und dafür, ob du am Plan dranbleibst.
Depot eröffnen: Wertschriftenkonto Schweiz & Online-Broker Schweiz
Ohne Depot keine Aktie.
Ein Depot ist dein Wertschriftenkonto (Wertschriftendepot), in dem deine Aktien verwahrt werden.
Wenn du ein Depot eröffnen willst, ist der wichtigste Schritt ein sauberer Broker-Vergleich Schweiz.
Achte nicht nur auf Werbung, sondern auf die Gesamtkosten:
- Depotgebühren Schweiz (Verwahrung/Grundgebühr – falls vorhanden)
- Courtagen Schweiz (Ordergebühren pro Kauf/Verkauf)
- Wechselkurskosten (bei USD-/EUR-Aktien oft relevant)
- Spreads (je nach Handelsplatz/Liquidität)
- Umsatzabgabe/Stempelsteuer: Laut ESTV gilt bei inländischen Effektenhändlern eine Umsatzabgabe von 1,5‰ für inländische und 3,0‰ für ausländische Wertpapiere (auf dem Entgelt)
Interne Vertiefung:
[(broker-preismodelle-verstehen)]
[(versteckte-kosten-trading-schweiz)]
Das hilft dir, Kostenfallen zu vermeiden – gerade beim Online-Broker Schweiz.
Schweizer Aktienmarkt & Schweizer Börse SIX: Wo werden Aktien gehandelt?
In der Schweiz ist die zentrale Börse die Schweizer Börse SIX (auch: SIX Swiss Exchange).
Dort werden viele grosse Schweizer Titel gehandelt.
Für Einsteiger ist es oft genug zu wissen:
- Du kaufst über deinen Broker an einem Handelsplatz (z. B. SIX)
- Der Broker zeigt dir meist automatisch passende Börsenplätze an
Aktienanalyse einfach: Aktie auswählen, Aktienkurs verstehen, KGV erklärt
Die „perfekte Aktie“ gibt es nicht.
Stattdessen hilft eine einfache, robuste Aktienanalyse:
3 pragmatische Fragen:
- Verstehst du, womit die Firma Geld verdient?
- Ist das Geschäftsmodell langfristig plausibel?
- Ist die Firma profitabel (oder nachvollziehbar auf dem Weg dorthin)?
Aktienbewertung einfach: KGV kurz erklärt
Viele nutzen das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) als groben Bewertungsindikator.
KGV erklärt in einem Satz: Es setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie.
Wichtig: Das KGV ist nur ein Baustein – Wachstum, Branche, Zinsumfeld und Qualität des Geschäftsmodells spielen ebenfalls eine Rolle.
Schweizer Blue Chips als Beispiele
Wenn du in Schweizer Unternehmen investieren möchtest, stösst du schnell auf bekannte Schweizer Blue Chips wie die Nestlé-Aktie, Roche-Aktie oder Novartis-Aktie.
Das sind Beispiele für grosse, etablierte Unternehmen – aber keine Empfehlung.
Entscheidend ist, ob sie zu deiner Investment Strategie und deinem Risikoprofil passen.
Wenn du statt Einzeltiteln lieber breiter startest, ist die nächste Frage oft: ETF oder Aktie?
ETF oder Aktie? Portfolio-Diversifikation und Portfolio-Aufbau
Eine Einzelaktie ist immer ein Klumpenrisiko.
Darum ist Portfolio-Diversifikation so wichtig.
Für viele Anfänger gilt:
- Ein breit gestreuter ETF reduziert das Einzeltitelrisiko und ist oft ein guter Kern
- Einzelaktien können später als Ergänzung sinnvoll sein, wenn du bewusst gezielt investieren möchtest
Wenn dein Ziel passives Einkommen von Aktien ist: Dann spielen Dividendenaktien eine Rolle.
Aber auch hier gilt: Dividende ist kein Garant – die Aktie kann trotzdem fallen.
Erste Aktie kaufen: Börsenorder aufgeben
Hier kommt der praktische Teil – so kannst du deinen ersten Kauf durchführen:
Schritt-für-Schritt: Börsenorder aufgeben
- Geld aufs Depot einzahlen
- Aktie suchen (Name oder Ticker Symbol finden)
- Handelsplatz wählen (z. B. SIX Swiss Exchange, je nach Broker)
- Ordertyp wählen (Market oder Limit)
- Stückzahl eingeben
- Kosten prüfen (Gebühren, FX, ggf. Umsatzabgabe)
- Kaufen
Market Order Erklärung
Eine Market Order kauft „sofort“ zum nächstbesten verfügbaren Preis.
Vorteil: schnell. Nachteil: weniger Preiskontrolle.
Limit Order Erklärung
Eine Limit Order kauft nur bis zu deinem festgelegten Maximalpreis.
Vorteil: mehr Kontrolle, oft für Anfänger angenehmer.
Nachteil: Kann sein, dass die Order nicht ausgeführt wird, wenn der Kurs nicht zum Limit kommt.
Anfängerfehler Aktien: Was du vermeiden solltest
Typische Anfängerfehler Aktien, die ich selbst (oder viele andere) gemacht haben:
- Zu viel auf einmal investieren → besser schrittweise starten
- Zu häufig ins Depot schauen → verstärkt emotionale Entscheidungen
- Hype hinterherlaufen → Strategie schlägt Trend
- Kosten unterschätzen (Courtage, Spread, FX, Umsatzabgabe)
- Kein Plan → ohne Ziel und Regeln wird jeder Rücksetzer stressig
Rebalancing einfach erklärt & Sparplan Schweiz
Wenn du später ein Portfolio aus mehreren Bausteinen (z. B. ETF-Kern + Einzelaktien) hast, hilft ein Grundprinzip:
Rebalancing einfach erklärt:
Du bringst deine Gewichtungen gelegentlich wieder auf deinen Zielmix zurück (z. B. einmal pro Jahr).
Das ist Risikomanagement – keine Rendite-Garantie.
Ein Sparplan Schweiz (je nach Broker für ETFs oder teilweise auch für Aktien) kann ausserdem helfen, regelmässig zu investieren, ohne ständig Timing-Entscheidungen zu treffen.
Steuern: steuerfreie Kapitalgewinne in der Schweiz?
Kapitalgewinne in der Schweiz: Für Privatpersonen sind Kursgewinne in der Regel steuerfrei.
Aber:
Wenn du als gewerbsmässige/r Wertschriftenhändler/in eingestuft wirst, kann das anders aussehen (ESTV-Praxis/Kreisschreiben).
Dividenden gelten grundsätzlich als Einkommen.
In der Schweiz fällt typischerweise eine Verrechnungssteuer von 35% an, die bei korrekter Deklaration zurückgefordert bzw. angerechnet werden kann.
Wenn du steuerlich optimieren willst, kann Säule 3a ein Thema sein:
[(saeule-3a-vergleich-2026)]
Fazit: Börsenstart Schweiz – so klappt der Einstieg
Aktien kaufen in der Schweiz ist technisch simpel.
Der grösste Unterschied liegt nicht im Klick, sondern in der Vorbereitung:
Anlagehorizont bestimmen, Risikoprofil verstehen, Depot sauber wählen, Kosten kennen und dann langfristig investieren.
Starte klein, bleib bei deiner Strategie und baue Schritt für Schritt dein Portfolio auf – so wird aus dem ersten Trade ein nachhaltiger Vermögensaufbau.
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